Neuer Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung ins Amt eingeführt

Feierlicher Gottesdienst und Festakt zur Einsetzung von Hanspeter Brodbeck
Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Nürtinger Stadtkirche St. Laurentius setzte Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Hanspeter Brodbeck nun offiziell in sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung ein. Brodbeck hatte im September letzten Jahres die Nachfolge des im Herbst 2023 plötzlich verstorbenen Frank Wößner angetreten. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Diakonie, Kirche, Kreis- und Kommunalverwaltung, von sozialen Trägern und weiteren Partnern sowie Weggefährten und Mitarbeitende der Samariterstiftung begleiteten die Einführung des neuen Vorstandsvorsitzenden der diakonischen Stiftung in sein Amt. Pfarrerin Irina Ose, Leiterin des Referats Diakonie und Theologie der Samariterstiftung, gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit Dr. Annette Noller. Bezirkskantor Hanzo Kim begleitete die Veranstaltung musikalisch.
Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller sprach in ihrer Predigt über die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Sie sei eine Geschichte von Hilfsbereitschaft und Zuwendung – bis heute der Wesenskern der Diakonie. „Es jammerte ihn“ – so nannte Martin Luther den Impuls des Samariters, zu helfen. Dieser Impuls solle nie verloren gehen, und Hanspeter Brodbeck werde der Hüter dieses Impulses in der Samariterstiftung sein, so Dr. Noller.
Der frühere Nürtinger Dekan Michael Waldmann, Mitglied des Stiftungsrats der Samariterstiftung, führte in Vertretung des kurzfristig erkrankten Vorstands Wolfgang Bleher durch den anschließenden Festakt. Annette Kirn, Vorsitzende des Stiftungsrats der Samariterstiftung, betonte die Wichtigkeit, nach vorne zu schauen und sich auf die Zukunft auszurichten. Dies verdeutlichte sie mit Jesu Worten im Lukas-Evangelium: „Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der eignet sich nicht für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62). Wer nach vorne schaue, ziehe klare Furchen, sagte Annette Kirn. Wichtig sei aber auch, immer wieder kritisch zu prüfen, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist.
Dr. Christiane Kohler-Weiß, Dekanin im Kirchenbezirk Nürtingen und Mitglied der Stiftungsversammlung der Samariterstiftung, wie auch Nürtingens Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich wiesen auf die enge Verbundenheit der Samariterstiftung mit der Stadt Nürtingen hin. Dr. Kohler-Weiß wünschte Hanspeter Brodbeck die heitere Gelassenheit des Heiligen Laurentius, dem Namenspatron der Stadtkirche, und zudem Standhaftigkeit, damit wichtige soziale Themen weiterhin auf der politischen Agenda stehen. Als Theologe und Volkswirt bringe Hanspeter Brodbeck genau die richtigen Kompetenzen für sein neues Amt mit, sagte Oberbürgermeister Dr. Fridrich. Er freue sich, dass Brodbeck seit diesem Jahr dem Wirtschaftsbeirat der Stadt Nürtingen angehört.
In mehreren Grußworten kam die Sorge um die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zum Ausdruck. Dr. Ulrich Fiedler, Landrat des Landkreises Reutlingen, sagte, Diakonie bedeute Inklusion und Teilhabe. Menschlichkeit und Nächstenliebe seien Werte der demokratischen Gesellschaft. „Stiftungen sind wichtige Akteure der Zivilgesellschaft, gestalten diese mit und setzen klare Zeichen für demokratische Teilhabe“, betonte Pia Theresia Franke, Vorständin der Keppler-Stiftung.
Dass Hanspeter Brodbeck einen Teil seiner Freizeit auf dem Handballfeld als Schiedsrichter in der Handball-Bundesliga verbringt, kam ebenfalls mehrfach zur Sprache. Der Schiedsrichter sei ein entscheidender Akteur auf dem Feld, erklärte Joachim Kiefer, Geschäftsführer der Habila GmbH, bei der Hanspeter Brodbeck zuletzt die Gesamtverantwortung für den Geschäftsbereich „Soziale Teilhabe und Pflege“ hatte. Er sorge für Fairness und Einhaltung der Regeln. Bernhard Didwißus, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertretung der Samariterstiftung, überreichte dem neuen Vorstandsvorsitzenden drei verschiedenfarbige Trillerpfeifen. Sie stünden für die Finanzen, die Mitarbeitenden und die Samariterstiftung insgesamt und seien ausgewogen einzusetzen, gab Bernhard Didwißus Hanspeter Brodbeck mit auf den Weg.
Der neue Vorstandsvorsitzende dankte den Grußwortrednern und fasste zusammen: „Wir leben in einer turbulenten Zeit voller Herausforderungen.“ Wichtig sei es, die Balance zwischen Veränderung und Kontinuität zu finden. Das gehe nur gemeinsam. Als diakonische Stiftung habe die Samariterstiftung die soziale Verantwortung und den Glauben im Blick. „Vertrauen macht stark“, so Brodbeck. Er schloss mit den Worten, angelehnt an Nelson Mandela: „Der mutige Mensch ist nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der sie überwindet.“